Golf VI 2.0 TDI 4Motion R-Line in Norditalien: Trentino, Lombardei, Venetien.

Blick auf den Gardasee oberhalb von Malcesine

Selten habe ich ein Auto in wenigen Tagen so gut testen können: Mit dem 4Motion Golf im sportlichen R-Line-Design waren wir 6 Tage lang am Gardasee unterwegs – Anreise inklusive. Zum Testgelände gehörte also Autobahn, Landstraße bei 26 Grad und ein schneebedeckter Bergpass bei -2 Grad.

Der Golf 2.0 TDI 4Motion R-Line

… ist eine der wohl elegantesten Varianten des Golf. Vom „normalen“ Golf unterscheidet ihn wohl von außen auf den ersten Blick der kleine Dachspoiler und an den Seiten unten die etwas tiefer gehende, schön geformte Seitenschürze. Das Fahrzeug ist außerdem ein ganzes Stück näher am Boden als sein biederer Bruder. Großer Design-Fail bei unserem Modell war allerdings, dass, wahrscheinlich aufgrund der montierten Winterreifen, keine Alufelgen vorhanden waren und somit unschöne Plastikdeckel auf die Metallfelgen gesteckt wurden. Im Innenraum fallen die sehr bequemen Semi-Ledersitze auf. Auch die abgedunkelten Heckscheiben machen richtig was her und schützen bei heißen Temperaturen außerdem spürbar vor zu starkem Sonneneinfall.

Der Golf an sich ist meiner Meinung nach grundsätzlich ein tolles Fahrzeug, vielleicht aber nur, weil ich meine Fahrschulzeit in einem Golf V verbracht habe und die Fahrschul-Marketing-Strategie von VW aufgeht? Nein, ich bin im Jahr 2008 bereits mit einem Golf V (Sondermodell United) mehrere tausend Kilometer durch Italien gefahren und schon da hat mich das Auto beeindruckt, damals bin ich ihn mit einem 1.9 TDI Motor gefahren. In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder besser und schlechter ausgestattete Golfs als Mietwagen erhalten.

Das Hier vorgestellte Modell Golf VI 2.0 TDI (140 PS) 4Motion R-Line ist, man kann es schon an der Bezeichnung erahnen, das bisher am vollsten ausgestattete Modell, das ich gefahren bin. An Bord waren, um die wichtigsten Features zu nennen: Tempomat, Licht-/Regenautomatik, das Navigationssystem RNS 510 inkl. Bluetoothvorbereitung, Sprachsteuerung, MF-Lenkrad, Xenon-Scheinwerfer, Park Distance Control vorne und hinten, optisch und akustisch, VWs vollautomatisches Einpark-System für Parklücken entlang der Fahrbahn (links und rechts), LED Tagfahrlicht und viele weitere Kleinigkeiten.

Fahreigenschaften

Der klassische 2-Liter TDI Motor macht sich im recht kompakten Golf ja schon immer ziemlich gut. Die 6-Gangschanltung ist schon seit ein paar Jahren optimal abgestimmt und macht mit dem relativ kräftigen Motor ordentlich Spaß. Interessant war für mich der 4Motion-Vergleich, da ich den 2.0 TDI Gold nie zuvor mit Allradantrieb gefahren bin. Das Mehr an Traktion ist tatsächlich gut spürbar, die Beschleunigung wirkte für mich auch etwas besser und vorallem auf dem Tremalzopass konnte ich dank Winterreifen mit dem 4Motion-Antrieb den ultimativen Schneetest machen. Zwar fährt man keinen Schneepflug, mit dem Allradantrieb ist aber in tieferem Schnee einiges möglich, was mit dem (ohnehin schon traktionsstarken) normalen Frontantrieb nicht denkbar wäre. Als Quattro-Laie spekulierte ich vor Fahrtantritt, ob sich “4Motion” wohl negativ auf den Verbrauch auswirken würde –  ich kann aber sagen: Nein – wir waren wie gewöhnlich mit dem 2.0 TDI extrem sparsam unterwegs: etwa 5.0 Liter / 100 km kombiniert, bei relativ rasanter Fahrweise. Wie viel Spaß das “ganz normale” Fahrwerk des Golf macht, habe ich selten so gut erlebt wie am Tremalzo-Pass! Die Passstraßen waren teilweise verschneit, häufig zu 70% der Breite von Erdrutschen bedeckt aber zum Glück noch einigermaßen befahrbar. Am Gardasee hatte es etwa 18, ganz oben auf dem Pass -2.0 Grad. An der höchsten Stelle war unsere Fahrt dann auch dank dem nicht vorhandenen Räumdienst beendet, wir mussten leider das selbe Stück wieder zurückfahren!

Hier gehts in 1800 Metern auch für den 4Motion Golf nicht weiter! (Tremalzopass)

Tornante (scharfe Kurve) hieß es gefühlte 100 mal.

Gleicher Tag, nur anderes Wetter unten am Lago di Garda!

 

 

Exterieur

… tatsächlich sind alle HQ-Fotos abhanden gekommen. Alle Bilder in diesem Artikel sind deshalb leider nur iPhone-Fotos! Quick and dirty...

R-Line?

Die R-Line von Volkswagen ist im Prinzip ein kleines Ab-Werk Tuning. Die R-Line Modelle setzen beim Aussehen der Karosserie auf die (richtigen) R-Modelle, verzichten hingegen auf das Leistungstuning wie bei den klassischen R-Modellen. Der Vorteil liegt darin, dass das sportliche Design übernommen werden kann, dieses jedoch aufgrund des wegfallenden Sportwagen-Tunings das Fahrzeug preisgünstiger macht. Mit R-Line bestehen somit bei Volkswagen Parallelen zur Konzerntochter Audi, die schon längere Zeit S-line-Aufmachungen anbieten.

Zuletzt: Das Navi RNS 510

… ist eines meiner lieblings-Navis. Es ist zurzeit das “größte” Onboardnavigationssystem das bei VW mitbestellt werden kann – leider gegen einen massiven Aufpreis. Das RNS 510 hat einen sehr gut reagierenden Touchscreen, die Bedienung ist durch die Menütasten an den Seiten des Screens sehr intuitiv und somit schnell zu beherrschen. Bei der Geschwindigkeit (z.B. Neuberechnung von Routen) steht es aktuellen mobilen System in nichts nach. Alle Navigationsanweisungen werden auch nochmal in der MFA zwischen Tacho und Drehzahlmesser in Form von schwarz/weiß Pfeilen angezeigt. Das Kartenmaterial befindet sich auf einer internen Festplatte, d.h, es können trotzdem CDs/DVDs oder SD-Karten mit Musik oder Videos wiedergegeben werden!

Fazit

Auch wenn es an unserem Gardasee-Kurzurlaub fast immer recht regnerisch war, war die Mobilität dank meines 4Motion Golf bestens gegeben. Super spritziger Motor im kleinen Auto, jede Menge Technik und ein Verbrauch, der sich echt sehen lassen kann.

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