Gemeinsam effizienter: Community-based Parking

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Fast zehn Minuten dauert es in Deutschland im Schnitt, bis man einen Parkplatz gefunden hat. Das sind Zeit und Kraftstoff für die Suche über ca. 1.600 Kilometer pro Jahr, die man anderweitig viel besser investieren könnte. Mit Bosch Technik sollen Autos in Zukunft per Cloud-Vernetzung Informationen über freie Parkplätze untereinander austauschen.

Dabei macht man sich mal wieder bestehende Technik zunutze: Hierzulande haben schon etliche Fahrzeuge Parkassistenten an Bord. Gemeint ist dabei die Funktion, die es ermöglicht, das Fahrzeug halbautonom einzuparken, wobei der Fahrer nur noch Gas gibt und bremst. Diese Parkpiloten verfügen über zusätzliche Sensoren an den Seiten, die die Länge eines Längs-Parkplatzes vermessen. Beim Vorbeifahren an freien Parklücken soll das System im Hintergrund (und anonym) Infos über freie Stellplätze sammeln und diese in die Cloud (IoT) senden. (Die Erfassung von freien Lücken ist mittlerweile auch bei höheren Geschwindigkeiten möglich.) Suchende Autofahrer können dann direkt zu einem freien Parkplatz navigieren. Das spart Kraftstoff, Zeit und nutzt (öffentlichen) Parkraum optimal. Auch Behinderten- und Sonderparkplätze und die jeweilige Größe sollen erkannt werden. Alle Teilnehmer des Community-based Parking tragen also mit Informationen der „Schwarmintelligenz“ zu freien Plätzen bei und profitieren gleichzeitig davon. Vervollständigt wird das System durch moderne Parkhäuser, die ebenfalls freie Plätze in Echtzeit in die Cloud und damit die digitale Parkplatzkarte melden könnten. Je mehr Verkehrsteilnehmer an der herstellerübergreifenden Plattform teilnehmen, desto exakter und aktueller werden freie Parkplätze dargestellt.

Automatisiertes Parken 2016

Fahrzeuge scannen die Straße nach freien Parklücken und senden die Infos in die Cloud

Seit 2014 ist lt. Zulassungsstatistik bereits jedes zweite Fahrzeug mit Parkhelfern in Form von Ultraschallsensorik ausgerüstet. Bosch fertigt diese Sensoren selbst seit 1993. In den nächsten Jahren wollen die Stuttgarter das Parken immer weiter automatisieren. In Parkhäusern soll das Fahrzeug dann z.B. nur noch an einer Übergabestelle abgegeben und wieder abgeholt werden – den Einparkvorgang übernimmt das Fahrzeug vollautomatisch. Ein ähnliches Konzept aus der Entwicklung von Volkswagen, e-Smart connect, haben wir bereits im Juli 2015 in einem Demo-Parkhaus in Amsterdam kennengelernt.

Fotos: Bosch

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