Frischer Designwind: Opel Cascada 2.0 BiTurbo CDTI

opel cascada

Trotz aufwändiger Werbeaktionen haben noch nicht alle potenziellen Opel-Kunden wirklich im Kopf umgeparkt. Einen ordentlichen Denkanstoß dazu gibt aber das neuste Cabrio aus Rüsselsheim: Der Cascada erntete auf der Straße überraschend viele interessierte Blicke und hat als Cabrio so einiges drauf.

„Was ist denn das für einer?“ wird man mit dem Cascada innerhalb von 14 Tagen wirklich oft gefragt. Fast als einziger Opel bringt sein Aussehen nämlich richtig frischen Wind in die Produktpalette. Zugegebenermaßen ist die Farbe „Bronze Braun Metallic“ vielleicht ein bisschen best age, trotzdem macht sie auf den Cascada aufmerksam und sieht gerade in Kombination mit dem schwarzen Stoffdach und den großen, schwarz-silbernen 20(!)-Zöllern (245/40) absolut gut aus. An der Frontpartie hat man sich auf den ersten Blick zwar schon aufgrund zu vieler Opel Astra satt gesehen, an den Xenon-Scheinwerfern sorgt aber ein hochwertigeres, aufgrund mehreren LEDs „schärferes“ Tagfahrlicht für die nötige Attraktivität. Das Heck, das stark an den neuen Insignia erinnert und quasi generalüberholt wurde, ist nun auch im Jahr 2014 angekommen.

opel cascada heck

Auch die Innenausstattung rechtfertigt weitere Nachfragen wie „Oha, das ist ein Opel?“ . Die Lederausstattung in „Brandy“-Farbe fühlt sich sehr hochwertig an, riecht auch so und harmoniert insgesamt mit dem Innenraum: Beige Nähte ziehen sich durchs gesamte Design. Immerhin 2.900 EUR kostet die Leder-Vollausstattung, bringt aber auch elektrisch verstellbare Sitze und sowohl eine Sitzbelüftung als auch -Heizung mit. Mit dem neuen Multifunktionslenkrad hat man richtig was in der Hand, da darf man gar nicht mehr an die erste Generation des „neuen“ Astra J zurückdenken, dessen dünner, kantiger Kunststoff bei jedem Einparken an den Fingern gekratzt hat. Die Sitze sind sehr bequem, elektrisch ein- und ausfahrende Gurtreicher sorgen für zusätzlichen Komfort. Klar, die Mittelkonsole ist mit Knöpfen vielleicht etwas überladen. Das wurde aber auch schon am Astra GTC bemängelt und wie der neue Insignia zeigt sollten zukünftige Modellgenerationen hier Abhilfe schaffen.

cascada kopfstütze leder

In der Regel nutzt man den Cascada wohl eher nicht als Familienauto. Im Fond haben allerdings 2 Personen gut Platz, zwischen ihnen hat man vernünftiger Weise einfach Becherhalter angebracht und somit auf einen zu engen, fünften Sitzplatz verzichtet. Auch wenn das Dach geschlossen ist, steigt man recht komfortabel über die Vordertüren nach hinten ein. Die optionalen, elektrisch verstellbaren Vordersitze fahren nämlich nach vorne, bieten dann genug Platz zum Einsteigen und nehmen nach ihrem Zurückklappen wieder genau ihre Ausgangsposition ein – so sollte das sein.

opel cascada cockpit interior

Der Cascada und seine Cabriowerte

Überzeugt hat mich das Stoffverdeck und dessen Konstruktion. Ab der Ausstattungslinie „Innovation“ (im Test) ist es hochwertiger als in der Serienausstattung und soll u.a. für eine bessere Geräuschdämmung sorgen. Während der Fahrt kann es sich bis zu flotten 50 km/h öffnen und schließen. Ein Knopf in der Mittelkonsole wird hierfür gedrückt bzw. gezogen gehalten. Über eine weitere Taste können alle vier Fenster gleichzeitig geöffnet oder geschlossen werden. Ungemein praktisch ist die Funktion, das Verdeck auch von außen mit dem Funkschlüssel bedient zu können. 17 Sekunden dauert eine Verdeck-Fahrt, wie das genau aussieht zeigt dieses Instagram-Video. Fährt man oben ohne, passt sich die Klimaanlage automatisch an und verringert z.B. die Kühlleistung. Schick: Sicherheitsstäbe sind unsichtbar hinter der Rückbank integriert und fahren im Falle eines Überschlags pyrotechnisch blitzschnell aus. Das Dach faltet sich sehr kompakt zusammen, was in Verbindung mit dem relativ großem Kofferraum in diesem noch einigermaßen viel Volumen (240 L) für Gepäck übrig lässt. Auch mit geöffnetem Dach kann z.B. ein Kabinentrolley eingeladen werden, auch eine kleine Kiste Wasser ist kein Problem. Flache Gegenstände finden unter der Box für das Verdeck Platz. (Siehe Fotogallerie unten)

cascada verdeck

Eine wichtige Eigenschaft des Cascada ist die Option, ihn ohne große Einschränkungen als Winter-, bzw. Ganzjahrescabrio zu nutzen. Das Stoff-Verdeck unterscheidet sich nicht wirklich von einem gewöhnlichen Dach: Es schließt sehr sauber ab und hat hinten sogar eine beheizbare Scheibe integriert. Auch bei 200 km/h fängt nichts an zu wackeln, das geringe Fahrgeräusch konnte wirklich überraschen. Nur der Diesel dringt leider bei langsamen Geschwindigkeiten etwas laut nach innen durch. Die Box, in der das Verdeck im Kofferraum untergebracht ist, lässt sich hochklappen. Dann stehen dort 345 L Platz zur Verfügung.

cascada heck

2.0 BiTurbo-Diesel und Fahrverhalten

Mit seinen Cabrio-Eigenschaften kann der Cascada also richtig gut punkten. Beim 2.0 Liter BiTurbo Diesel dürfte es gerne noch etwas mehr Power sein: Der Name klingt potent, mit 195 PS und 400 Nm ist er der stärkste Diesel im Cascada. Mit ihm kommt man natürlich richtig zügig voran, allerdings fühlt er sich nicht ganz nach knapp 200 Diesel-PS an. Schuld ist u.a. das relativ hohe Gewicht des Cascada, über 1.700 Kg müssen hier bewegt werden. Die Gasannahme (und das Lenkgefühl) kann man mit der Sport-Taste noch etwas positiv beeinflussen. Der Verbrauch ist kombiniert mit 5,3 Litern / 100 Kilometern angegeben, realistisch sind im Alltag bei sparsamer Fahrweise berechnete 7,4 Liter. BiTurbo steht für eine sequenzielle durch 2 unterschiedlich große Turbolader, die ein „Turbo-Loch“ weitestgehend verhindern: Der kleinere Turbo kommt bei geringen Motordrehzahlen schnell auf Touren: Schon bei 1500 U/min stehen 350 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Im mittleren Drehzahlbereich arbeiten beide Turbolader zusammen,  ab rund 3000 U/min wird ausschließlich der große Lader angeströmt.

cascada sport taste

Das Fahrwerk ist serienmäßig eher sportlich abgestimmt, mit ihm kommt bei dynamischen Landstraßen-Etappen richtig Fahrspaß auf. Der Komfort fehlt auf Langstreckenetappen nicht, höchstens Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster gibt der Cascada recht ungefiltert an die Passagiere weiter.

Fahrerassistenz

Neben dem AFL+, dem adaptiven Fahrlicht, das die BiXenon-Scheinwerfer jeder Straßensituation anpasst, übernimmt die meiste Fahrerassistenz  Opels Frontkamera der zweiten Generation. Sie ist verantwortlich für Verkehrsschild- und Spurassistent, Abstandsanzeige und Frontkollisionswarner. Die Verkehrszeichenerkennung liest neben Geschwindigkeitsgeboten auch Schilder für Überholverbote, leider wird das aktuelle Zeichen aber nur auf einer Menüseite des Monochrom-Displays im Tacho und nicht im großen Navi-Display angezeigt. Der passive Spurassistent funktioniert sehr zuverlässig und lässt sich mit einem Tastendruck ausschalten. Optische und akustische Warnungen spricht auch der Frontkollisionswarner aus, sobald der Abstand zum Vordermann zu gering wird. Die Empfindlichkeit kann in mehreren Stufen eingestellt werden. Besonders gut ausgefallen und bei geschlossenem Dach eine Empfehlung ist die Rückfahrkamera, die auch bei Dunkelheit eine sehr gute Bildqualität liefert.

 opel cascada cabrio

Der Cascada ist das ideale Cabrio mit Platz für vier Personen, das durchaus das ganze Jahr über gefahren werden kann. Mit der hochwertigen, komfortablen Innenausstattung und den Fahrerassistenzsysteme positioniert sich der Cascada zwischen dem Opel Astra und Insignia.

Mehr Fahrberichte und Motorisierungen:

1.6 SIDI Turbo Benziner (170 PS) bei autoaid.de im Kurzfahrbericht
1.6 SIDI Turbo Benziner (170 PS) bei mein-auto-blog.de im Kurzfahrbericht
2.0 CDTI (195 PS) & Videofahrbericht: bei rad-ab.com / ausfahrt.tv
2.0 CDTI (195 PS) bei autogefuehl.de: Das Opel Cabrio, das eigentlich für Umparken im Kopf steht

Opel Cascada 2.0 BiTurbo CDTI Innovation

Leistung/Drehmoment: 143 kW (195 PS) / 400 Nm
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
0-100 km/h: 9,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Leergewicht:  1701–1816 kg
Verbrauch angegeben: 5,3 Liter / 100 Km (Kombiniert)
Verbrauch berechnet: 7,4 Liter / 100 Km (Kombiniert)

Gefahrene Kilometer: 1.800
Farbe: Bronze Braun
Kofferraumvolumen: 240 / 345 L
Testwagenpreis: ca. 44.675 EUR
Grundpreis (2.0 BiTurbo Innovation): 36.355 EUR
Sonderausstattung (Auszug): Assistenzpaket, Komfortpaket, Frontkamera, Radio 950 „Intellilink“, Premium-Sitze

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