Europcar überwacht hochwertige Mietwagen per GPS

Dass Europcar seine hochwertigsten Mietwagen per GPS überwacht ist in Mietwagen-Insiderkreisen seit Jahren bekannt. Nun erhielt die Autovermietung ein Bußgeld in Höhe von 54.000 EUR auferlegt, da diese Überwachung „heimlich“ durchgeführt wurde. In Zukunft soll in den Mietverträgen darauf hingewiesen werden. Vom Hamburger Datenschutzbeauftragten wurde außerdem mitgeteilt, dass anhand des GPS-Tracking sogar Bewegungsprofile der Kunden inkl. Geschwindigkeit usw. erstellbar seien.

Europcar hat heute auf seiner deutschen Facebook Seite dazu Stellung genommen und den Fall kurz erläutert. Europcar schreibt auf seiner Facebook-Page:

(…)

Bei einer Miete erfolgt weder eine Ortung noch eine Speicherung der Bewegungsdaten des Fahrzeuges. Die GPS Systeme ermöglichen uns jedoch, bei Verdacht auf Unterschlagung eine Ortung unserer Fahrzeuge durchzuführen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass eine solche Ortung nur in folgenden dringenden Alarmfällen durchgeführt wird:

1. Wenn ein Fahrzeug gestohlen bzw. unterschlagen und eine entsprechende Strafanzeige erstattet wird.

2. Wenn die vereinbarte Mietdauer überschritten wird. Trifft das Fahrzeug nicht zum vereinbarten Rückgabezeitpunkt in der Station ein, kontaktieren die Kollegen aus der Station zuerst natürlich den Mieter. Erst wenn die Kontaktaufnahme mehrmals erfolglos ausfällt, wird mit der Ortung des Fahrzeuges begonnen.

3. Wenn das Fahrzeug die festgelegten Ländergrenzen oder deren grenznahe Bereiche (Freifahrtzone), in denen es sich laut Vermietbedingungen bewegen darf, überschreitet, oder in Hafengebiete einfährt. Dennoch ist auch für diese defensive Maßnahme das Einholen einer Einwilligung des Kunden erforderlich.

(…)

Quelle: Europcar Facebook Seite

Doch widerspricht sich diese kurze Erklärung irgendwie in sich. So ist die Rede davon, dass „nur in Alarmfällen“ getrackt wird, aber scheinbar wird Europcar doch auch benachrichtigt, wenn die Fahrzeuge „festgelegte Ländergrenzen“ überschreiten. Letzteres spricht ja für ein permamentes Live-Tracking! Eigentlich bin ich Fan des Vermieters, miete zwar meistens bei Sixt, aber halte es nicht für abwegig, sehr teure Luxusautos zu überwachen. Gerade wenn man in Länder einfährt, in denen die Diebstahlgefahr erhöht ist und die Vollkasko ohnehin nicht greifen würde. Doch scheint es bei Europcar immernoch keine eindeutige Aussage zu geben, wann eine Fahrt denn nun aufgezeichnet, gespeichert oder nachverfolgt wird. Ärgerlich wird das für mich z.B. an dem Punkt, wenn ich an meiner Dorf-Station ein hochwertiges Auto miete und die Azubis im Vermietbüro meine gefahrene Route nachverfolgen – vorausgesetzt sie haben zugriff auf die GPS-Daten.

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