Edizione limitata: Fahrbericht Fiat 500 Riva 1.3 MultiJet

Endlich mal ein Sondermodell, das wirklich etwas her macht: Der Fiat 500 Riva entstand in einer Kooperation mit dem traditionsträchtigen Yachtbauer Riva. Ausnahmsweise haben wir uns mal aufs Fahren ganz ohne Fahrerassistenz beschränkt – und haben außerdem so viele Fiat 500 Riva „verkauft“ wie keinen anderen Testwagen zuvor. Gegen die edle, kleinste Yacht der Welt am Lago di Garda kommen selbst Supersportwagen im Publikums-Check kaum an. Mit klassischem Dach beginnt der 1.3er Diesel mit 95 PS ab 23.000 Euro, mit Stoffverdeck sind es 2.000 Euro mehr.

Fiat 500 Riva: Die Aquariva für die Straße
Der 500 Riva ist im Prinzip ein gewöhnliches 500 Cabriolet, birgt aber ein paar unverwechselbare Details und Merkmale mit, die nur diesem Sondermodell vorbehalten sind. Dazu zählt etwa die Lackierung, die ausschließlich in Sera Blau erfolgt.  Der Doppelstreifen in Rivas unverwechselbaren Aquamarin ist der Dezente Hingucker des 500 Riva und umläuft den gerad einmal 1.000 Kg schweren Cinquecento einmal komplett. Bei der Premiere des Riva im Juli 2016 auf dem Gelände der Riva Werft trafen wir das Aquamarin an sämtlichen Gebäuden und Hallen – und natürlich dem berühmten Traditionsmodell Aquariva an. Die einzige Wahlmöglichkeit beim marinen Cinquecento hat man bei der Karosserieform: Es gibt ihn als normalen 500 oder als Cabriolet. Immer an Bord sind auch die schicken 16-Zoll Felgen im 20-Speichen Design. Ihre Optik aus glänzendem Chrom und Serablau ist wirklich ein kleines Kunstwerk. Entscheidet man sich für das elektrische Stoffdach, kommt dieses ebenfalls in einem edlen Dunkelblau.

Echtes Mahagoniholz und Paltrona Ledersitze sorgen für ultimatives Yachtfeeling
Die elfenbeinfarbenen Ledersitze stehen wie kein anderes Element im Fiat 500 Riva für Luxus und das Dolce Vita. Tatsächlich ist die Verwendung irgendeines Schonbezugs aber ratsam, da solch helle Sitze leider in erster Linie auf Fotos gut aussehen. Sie stammen allerdings aus der Ledermanufaktur Paltrona Frau in Italien, die auch für hochwertiges Gestühl in deutschen Premiummarken sorgt. Die Liebe zum Detail erkennt man auch hier an der Dunkelblauen Umrandung der Sitze – sie findet sich auch an den hellen Sicherheitsgurten.

Schönstes Feature: Mahagoniholz-Inlays auf Kohlefaserträger
Was das Interieur am meisten ausmacht – und in der Produktion am aufwändigsten ist, ist das echte Mahagoniholz am Armaturenbrett. Bei den hellen Elementen wie dem Längsstreifen und dem Riva Logo handelt es sich um per Hand eingesetzte Elemente aus Ahornholz. Um allen Cabriofahrten und Umwelteinflüssen zu trotzen, ist das Echtholz hochglanz lackiert und sorgt für das ganz besondere Ambiente im Cinquecento. Knarzende Holzelemente mögen im Yachtbau schön sein, im Auto aber nicht. Deshalb sitzt das Holzinlay in einer sehr dünnen Schicht auf einem Träger aus Kohlefaser, der für Stabilität und Flexibilität über eine lange Zeit sorgen soll. Überhaupt ist die Verarbeitung und Einpassung der Holzeinlagen großartig gelungen. Der Schaltknauf besteht sogar aus massivem Mahagoniholz. Aufpassen muss man nur mit der Echtholzzierleiste im Kofferraum, die leicht den ein oder anderen Kratzer abbekommen kann. An den 500-Badges an den Seitenschwellern außen handelt es sich um Kunststoffteile.

Cabriofeeling: Fast wie in einem Riva Powerboat
Im Gegensatz zum Fiat 124 Spider öffnet das Verdeck des Fiat 500 elektronisch, bedient wird es über zwei Knöpfe im Dachhimmel. Es fährt zunächst halb auf, drückt man den Knopf ein weiteres Mal, versenkt sich das Dach inklusive seiner beheizbaren Glasscheibe ganz nach unten, in jedem Fall bleibt durch den Mechanismus aber die dritte Bremsleuchte erhalten. Ist das Verdeck „ganz“ geöffnet, zieht es für die vorderen Passagiere nicht sehr stark, noch windstiller wird es, wenn man mittels eines kleinen Schiebers ein kleines Windschott (150 €) vorne hochklappt. Zwar fehlt bei der offenen fahrt noch der Klang eines sonoren Innenborders wie bei einer echten Riva, mit dem offenen 500 entlang der Gardesana am Gardasee fühlt es sich aber schon richtig navale an. Das Nachteil am Stoffverdeck: Bei Autobahngeschwindigkeiten wird es innen schnell ziemlich laut – auch wenn das Verdeck in der Waschanlage oder bei starkem Regen natürlich absolut dicht abschließt. Das Kofferraumvolumen bleibt je nach Dachstand übrigens gleich, da sich das Stoffverdeck nur zusammenfaltet.

 

Moderne Technik trifft auf den Charme traditioneller Motorboote
Zur Serienausstattung gehört im Cinquecento Riva nicht nur das 7-Zoll große Uconnect Navi, sondern auch ein digitaler Tacho. Er zeigt in hoher Auflösung alle wichtigen Werte übersichtlich an und ist auch bei starker Sonneneinstrahlung top ablesbar. Logisch, dass zum Hochfahren des Systems ein Riva-Branding angezeigt wird. Das Uconnect Navi schlägt mit seiner Position praktisch die Brücke zwischen traditionellem Bootsdesign und Moderne: Sein HD-Bildschirm stellt die Karte beeindruckend scharf und detailreich dar, neben den Navi-Funktionen (Anweisungen dann auch im digitalen Tacho) können sich auch seine Infotainment Qualitäten sehen lassen. Besonders empfehlenswert ist die Musikwiedergabe (z.B. DAB Radio) über das optionale Beats Audiosystem (590 €), das teuren Systemen bei VW und Co in nichts nachsteht! Neben einem Berganfahrassistent ist auch eine Klimaautomatik, die ausgesprochen zugfrei funktioniert sowie ein Tempomat beim 500 Riva Serie. Die BiXenonscheinwerfer kosten zwar 900 Euro extra, sind aber um Weiten besser als das standartmäßige Halogenlicht.

 

Fiat 500 Riva & 1.3 MultiJet Diesel mit 95 PS
Diesel und Cabrio müssen sich ganz und gar nicht ausschließen! Schon 2012 hatte uns ein kleiner 1.3 Diesel im Fiat 500 auf Sizilien überzeugt. Der 1.3 MultiJet 16V mit 95 PS kommt im Riva immer mit 5-Gang Handschalter. Hier sind wir auch beim einzigen Problemchen des Motors: Im zweiten Gang geht bei niedriger Drehzahl erstmal gar nichts. Unterhalb der 2.500 U/min muss man ein bisschen Geduld haben, sonst gibts an Fiats kleinem Diesel aber nichts zu meckern. Er ist auch auf der Autobahn (wenn die Drehzahl eben stimmt) nicht langweilig, tackert nicht zu laut und kommt allgemein gut mit dem geringen Gewicht des Fiat 500 von gerade mal einer Tonne klar. Sein Highlight: Der niedrige Verbrauch. In unserem Fall hat er molto economico gerade einmal 5,5 Liter im Mittel geschluckt. Selbst mit dem kleinen Tank von 36 Litern sind dann ansehnliche Reichweiten von über 700 km drin. Der 500 Riva gibt sich komfortabel gefedert und auch auf Kurvenstraßen nicht behäbig. Die Lenkung ist sehr leichtgängig, im City-Modus noch leichtgängiger – wirkt aber auf der Autobahn nicht zu unruhig. Neben dem Diesel stehen noch ein 1.2 Benziner mit 69 PS und der Zweizylinder TwinAir Benziner mit 105 PS zur Wahl.

Macht mehr auf sich aufmerksam als so mancher Supersportwagen
Wir waren mit dem 500C Riva am Gardasee unterwegs und haben ihn so oft „verkauft“ wie keinen anderen (Super-)Sportwagen zuvor. An Touristen und Italiener gleichermaßen. In den 50er und 60er Jahren war der „Nuova Cinquecento“ das Kultauto schlechthin in Italien. Auch in der neuesten Generation und in Kombination mit dem Look der traditionsträchtigen Riva Yachten aus Sarnico macht der 500 mit seinem dezenten Chic einfach auf sich aufmerksam. Manche Passanten dachten, der Fiat 500 wäre nur ein Gag in der TV Werbung und es gäbe ihn nicht wirklich zu kaufen – andere wussten schon besser über die Ausstattungsdetails Bescheid als wir selbst. Das Sondermodell könnte ein echter Klassiker werden!

Fiat 500C Riva 1.3 MultiJet 16V

Leistung/Drehmoment70 kW (95 PS) / 200 Nm
Getriebe:5-Gang
Antrieb:Frontantrieb
0-100 km/h:10,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Leergewicht1.095 kg
Verbrauch angegeben3,4 Liter / 100 Km
Verbrauch erfahren5,5 Liter / 100 km
Kofferraumvolumen185 L
Basispreisab 24.890 €
Testwagenpreis27.280 €

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  1. Dieser Fiat hat ein ausgesprochenes ansehnliches Cockpit. Ein kleines Auto und das mit großer Wirkung.

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