Drive Me: Mehr autonom fahrende Volvos in Göteborg

volvo drive me

Volvo ist einer der Hersteller, die schon sehr lange in Sachen Fahrerassistenz aktiv sind. In unserem Fahrbericht zum XC60 D4 aus 2014 haben wir alle aktuell verfügbaren Features erklärt – spannend für die Zukunft ist „Volvos Vision 2020“  und die Idee der Fusion einzelner Sensoren. Im Rahmen des Drive Me Projekts sollen in Zusammenarbeit mit der schwedischen Regierung bald mehr autonom fahrende Prototypen druch Göteborg rollen.

Volvos Ziel ist es, 100 selbstfahrende Fahrzeuge an Kunden zu übergeben, die ab 2017 auf ausgewählten Straßen rund um Göteborg unterwegs sind. Die Ersten Testwagen sind schon seit Anfang 2014 im Betrieb. Ohne Probleme oder Ausfälle will es der schwedische Premiumhersteller schaffen, autonom fahrende Modelle in den Straßenverkehr zu integrieren. Ein lückenloses Netzwerk von Sensoren und Kameras soll eine ganzheitliche Umfelderfassung sicherstellen. Drive Me soll so verlässlich sein, dass es sowohl bei verschiedenen Verkehrsszenarien als auch bei einem möglichen technischen Defekt zuverlässig funktioniert. Ähnlich wie in der Luftfahrt sorgen Backup-Systeme für Redundanz und Ausfallsicherheit.

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Komplexe Verkehrssituationen

Auch komplexe Situationen sollen beherrscht werden können, so z.B. das Auftreten besonderer Witterungsbedingungen. Die Grenze des Autopiloten wäre vermutlich bei starken Schneefällen oder schneebedeckter Fahrbahn erreicht, da selbst die modernsten Sensoren die Reaktionen des Fahrzeugs auf den verschiedensten Arten von rutschigen Straßen nicht erfassen bzw. berechnen können. Als Informationsquelle ist hier Volvos kürzlich vorgestellte Cloud-Forschung im Rahmen der Car-to-Car Kommunikation denkbar. In einer solchen Situation soll Drive Me den Fahrer um die Übernahme des Steuers bitten – tut er das nicht, soll es selbst einen sicheren Halt ansteuern können.

„So wie ein guter Fahrer nähert sich auch das selbstfahrende Auto einer möglicherweise gefährlichen Situation mit der gebotenen Vorsicht. Und in einer echten Notsituation reagiert das Auto sogar schneller als die meisten Menschen.“ Erik Coelingh, Volvo

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Basis für das autonome Fahren ist eine optimale Umfelderfassung

Die Drive Me Systemkomponenten / Sensorik
Um das Umfeld so gut wie möglich zu erfassen, erzeugen Sensoren eine 360-Grad Sicht auf die Fahrzeugumgebung. Die Positionsbestimmung soll neben GPS auch über eine hochauflösende 3D-Karte mit Echtzeitdaten (enthält Informationen über Höhe, Straßenverlauf, Anzahl der Fahrspuren, Tunnelgeometrie, Leitplanken, Verkehrszeichen, Ausfahrten) erfolgen.
Eine kombinierte Kamera- und Radareinheit oben in der Frontscheibe (das Radar befand sich sonst stets an der Frontschürze), die auch im neuen Volvo XC90 zum Einsatz kommt, erkennt Verkehrszeichen sowie den Straßenverlauf und erfasst auch andere Fahrzeuge sowie Fußgänger und Radfahrer.
Wie schon vom Blind-Spot-Assist bekannt befinden sich im hinteren Stoßfänger sowie nun auch an der Fahrzeugfront zwei weitere Radarsensoren zur Erfassung der direkten Fahrzeugumgebung. Wie bei klassischen 360-Grad-Ansichten wird aus vier Kameras (Vorne, hinten, unter den Außenspiegeln) eine virtuelle Draufsicht aufs Fahrzeug errechnet. Ein Mehrfach-Laser unterhalb des Lufteinlasses an der Front kann zwischen verschiedenen Objekten unterscheiden, er erfasst Fahrzeuge bis zu einer Entfernung von 150 Metern.

Die Trifokalkamera kann plötzlich auftauchende Fußgänger und andere unerwartete Gefahrenquellen erkennen.

Trifokal-Kamera: Erkennt plötzlich auftauchende Fußgänger und andere unerwartete Gefahrenquellen

Zusätzlich ist im oberen Bereich der Windschutzscheibe eine Trifokal-Kamera platziert. Dabei handelt es sich gewissermaßen um drei Kameras in einem Gerät – mit Winkeln von 140 Grad, 45 Grad und 34 Grad für verbesserte Tiefenwahrnehmung und die Erkennung weiter entfernter Objekte. Die Kamera kann plötzlich auftauchende Fußgänger und andere unerwartete Gefahrenquellen erkennen. Bereits bekannt aber technisch verbessert wurden 12 klassische Ultraschallsensoren, die mit ihrer geringen Reichweite bei langsamen Fahrten oder Einparkmanövern zum Einsatz kommen. Über einen Cloud-Service sind die Fahrzeuge außerdem mit dem Kontrollzentrum der Verkehrsbehörden verbunden, die auch die Möglichkeit haben, die Fahrerin bestimmten Fällen zum Abschalten des autonomen Fahrmodus aufzufordern.

Auf die weitere Entwicklung des Drive Me Projekts darf man gespannt sein – Volvo befasst sich bereits sehr lange mit der Thematik Fahrerassistenz. So ist z.B. die adaptive Distanzregelung mit Stauassistent aktueller Modelle bereits in der dritten Generation entwickelt und arbeitet ausgesprochen zuverlässig. Auch Features wie eine Verkehrszeichenerkennung oder das Active High Beam Lichtsystem überzeugen auf ganzer Linie.

Fotos: Volvo

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