Bosch: Notbremsfunktion mit neuer Stereokamera

bosch stereokamera

Es liegt auf der Hand, dass Stereokameras einen weit größeren Funktionsumfang bieten als Monokameras: Sie können die Fahrzeugumgebung umfassender darstellen und vor allem die nötigen Daten für die Berechnung vom Abständen liefern. Bosch hat nun eine Stereokamera aus durchgehender Eigenentwicklung vorgestellt. Mit einem Abstand von nur 12 Zentimetern zwischen den Objektiven ist sie die kleinste ihrer Art im automotiven Umfeld.

Natürlich spart die neue Stereokamera von Bosch nicht nur Platz sondern auch Geld: Mehrere Assistenz-Funktionen können nur mit der Stereokamera ausgeführt werden, der für eine adaptive Geschwindigkeitsregelung benötigte Radarsensor ist z.B. nicht mehr nötig. Seine Premiere feiert die Stereokamera deshalb im Rahmen eines Notbremsassistenten im neuen Land Rover Discovery Sport – sogar serienmäßig ist das System hier an Bord.

bosch stereokamera discovery sport

Erkennt die Kamera in der Fahrspur voraus andere Fahrzeuge als Hindernis, bereitet das Notbremssystem eine Bremsung vor. Reagiert der Fahrer nicht, leitet das System eine Vollbremsung ein. In den Euro-NCAP-Test Kategorien Notbremsung im Stadt- und im Überlandverkehr (AEB city, AEB interurban) ist er jeweils mit „gut“ bewertet worden. Bei vielen, z.B. lasergestützten Notbremsassistenten ist die Verhinderung eines Aufpralls häufig nur bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h oder Stadtgeschwindigkeit garantiert. Laut den NCAP-Ergebnis soll die Stereokamera den Land Rover von 10 bis 80 km/h zum Stillstand gebracht haben und auch „in höheren Geschwindigkeiten eine gute Leistung gezeigt haben“. Neben der Notbremsfunktion übernimmt die Stereokamera im Discovery Sport auch die Fahrspurassistenz und die Verkehrszeichenerkennung.

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Über lichtstarke Linsen und Bildsensoren erfasst die Stereo-Videokamera einen horizontalen Sichtbereich von 50 Grad und bietet eine 3D-Messreichweite von über 50 Metern. Dank der räumlichen Erfassung lässt sich allein anhand der Videosignale zum Beispiel der Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen berechnen. Vor ein paar Monaten wurde der neue Subaru Outback vorgestellt, der mit seinem System Eyesight ebenfalls viele Assistenzfunktionen (unter anderem eine Adaptive Cruise Control) nur mit einer Stereokamera und ohne Radarsensorik ausführt.

Fotos: Bosch

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