Blick in die Zukunft: Pilotiertes Parken von Audi

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Dass ein Auto „halbautomatisch“ einparkt ist nun wirklich nichts neues, trotzdem sind die meisten Mitfahrer und Passanten immer noch begeistert, wenn der Fahrer nur noch Gas geben, Bremsen und den Gang einlegen muss und das Lenkrad sich von alleine bewegt. In der Zukunft soll es noch einfacher werden: Der Fahrer fährt bis zur Parklücke, steigt aus und lässt den Rest seinen Audi erledigen.

Wie man es bisher kennt: Momentan kann mindestens ein Modell von fast jedem Hersteller „selbst“ beim Einparken lenken. Das bekannteste und eines der ersten Systeme war das automatische Längs-Einparken. Mit aktivierter Funktion fährt man an hintereinander parkenden Autos entlang. Findet das System, das fast immer mit zusätzlichen Ultraschallsensoren an der Seite des Fahrzeugs arbeitet, eine geeignete Lücke, muss der Fahrer nur noch Gas geben und bremsen sowie zwischen erstem und Rückwärtsgang wechseln. Das klappt z.B. ganz wunderbar im Kia Sportage. Mittlerweile können auch immer mehr „Parkpiloten“ in im 90 Grad Winkel Rückwärts einparken, so z.B. der neue Skoda Octavia.

Ein Shift-by-Wire System ermöglicht das automatische Wechseln der Fahrstufe.

Audi geht mit dem pilotierten Parken ein ganzes Stück weiter: Das System ist noch in der Erprobung und wurde im Werk Ingolstadt demonstriert. Versuchsträger war hier ein Audi A6, an den Scheinwerfern zu erkennen wohl in einer US-Version. Das pilotierte Parken läuft so ab: Der Fahrer fährt an Parklücken vorbei, das System scannt, wie oben, ob es sich um einen tauglichen Parkplatz handelt. Gibt das System grünes Licht, aktiviert der Fahrer das pilotierte Parken, legt den P-Modus ein (Automatik) und steigt mit seinem Smartphone aus. Auf diesem hat er eine Audi App installiert, die unbedingt notwendig für die weiteren Schritte ist: In der App muss zur Sicherheit ein Button konstant gehalten werden, dann fährt das Fahrzeug unbemannt rückwärts in die Parklücke. Hierbei lenkt und bremst es also selbst, sichert sich mit einer Vielzahl von Sensoren ab und hält bei auftretenden Hindernissen natürlich sofort an. Was die meisten aktuellen Systeme derzeit noch nicht können: Auch die Gänge der Automatik werden autonom gewechselt. Hierfür ist ein „digitaler Automatikhebel“ verbaut, ein sog. „Shift-by-Wire“ System. Das Halten des „Sicherheitsknopfes“ in der App ist aus rechtlichen Gründen zwingend erforderlich, da der Fahrer nach dem Wiener Übereinkommen jederzeit Herr über sein Fahrzeug sein muss. Natürlich kann das System den A6 auch wieder automatisiert ausparken.

audi app parken

Surround-Ansicht auf dem Smartphone, permanentes Halten eines Buttons ist für den Parkvorgang nötig.

Der A6 hat außerdem ein Surround View System an Bord, das mithilfe mehrerer Kameras (Vorne, hinten, unter den Außenspiegeln) eine virtuelle Draufsicht auf das Fahrzeug erstellt. Diese Ansicht, die normalerweise im MMI dargestellt wird, lässt sich während des Parkvorgangs sogar auf das Smartphone streamen.

Mehr zu Audis technischer Entwicklung auch bei Imaedia ,Trendlupe und Autogefühl.

Fotos: Audi