Ausprobiert: Assistenzsysteme des Citroën DS5

AFIL Spurassistent: Eine Kamera im Rückspiegel behält die Fahrspur im Blick.

AFIL Spurassistent: Eine Kamera im Rückspiegel behält die Fahrspur im Blick.

Über den Citroën DS5 ist vor einer Woche schon das Video über das rein elektrische Fahren („Segeln“) erschienen, in diesem Artikel geht es um die 3 interessantesten Assistenzsysteme, die man dem Top-Fahrzeug aus Citroëns Premiumlinie „DS“ spendiert hat. Den Spurhalte- und Fernlichtassistent habe ich ausgiebig getestet:

Notruf mit Standortbestimmung (eTouch)

Ja, ich habe es getan, nämlich den Assistance Knopf gedrückt. Aus reiner Neugierde und gleich innerhalb der ersten 30 Minuten, in denen ich den DS5 hatte. Genau gesagt gibt es 2 solche Knöpfe im Dachhimmel: Einen nicht zu übersehenden roten „SOS“ Knopf und einen mit dem Citroën Logo. Auf letzteren habe ich einfach mal gedrückt und folgendes passiert dann: Auf dem Navi erscheint eine entsprechende Anzeige, dass man mit der Assistance verbunden wird und man hört ein Wählgeräusch. Nun hat man kurz Zeit, den Knopf nochmal zu drücken um den Hilferuf abzubrechen… Kurz danach ist dann eine freundliche Dame zu hören, die fragt, ob man Hilfe benötigt. „Oh nein, wie peinlich, ich habe aus versehen gedrückt“ habe ich ihr gesagt und danach noch auf Ihren Wunsch das Kennzeichen durchgegeben. Der Zentrale wird auch automatisch übermittelt, wo ich mich gerade befinde. Ein tolles System namens Citroën eTouch, das (scheinbar) extrem schnell und gut funktioniert. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat der SOS Knopf die selbe Funktion, nur dass mit ihm auch noch direkt die Rettungsdienste verständigt werden. Im Falle eines Aufpralls setzt das System übrigens automatisch einen Hilferuf ab und übermittelt den Standort des Fahrzeugs. Das Ganze funktioniert kostenfrei und in vielen Ländern Europas mittels einer im Auto integrierten SIM Karte über das Mobilfunknetz.

SOS- und Assistanceknopf sind direkt über dem Kopf des Fahrers angebracht und leicht erreichbar.

SOS- und Assistanceknopf sind direkt über dem Kopf des Fahrers angebracht und leicht erreichbar.

Fernlichtassistent

Der Fernlichtassistent wird, genau wie der Spurassistent, zunächst über einen Knopf links unten im Cockpit aktiviert. Man muss also keine Angst haben, dass die Funktion ständig am Scheinwerferhebel anliegt und so eventuell stört.  Ist der Fernlichtassistent aktiv und aktiviert man einmal wie gewohnt das Fernlicht am Hebel, wird das durch das Fernlichtassistent-Symbol in grün bestätigt. Sobald es der (entgegenkommende) Verkehr und die Umgebung zulassen, wird das Fernlicht automatisch ein- und ausgeschaltet. Der Fernlichtassistent funktioniert ziemlich zuverlässig: Er erkennt entgegenkommende Autos schon aus großer Entfernung und schaltet entsprechend bald ab, genauso verhält es sich bei vorausfahrenden Autos. In Ortschaften wird das Fernlicht auch zuverlässig ausgeschaltet. Von einigen wenigen Verkehrsschildern lässt sich das System irritieren und schaltet sich dann verwirrt an und ab, man kann aber jederzeit am entsprechenden Hebel eingreifen. Am meisten bewährt sich das System auf richtig einsamen, langen Landstraßen-Etappen

Spurassistent

Der AFIL Spurassistent ist das Komfortsystem, das mir am DS5 am besten gefallen hat. Einmal über die Tasten für die Assistenzsysteme unten links im Cockpit aktiviert, bleibt er auch über mehrere Tage / Starts und Stopps aktiv. Verlässt man mit dem Fahrzeug die Fahrspur ohne zu blinken, wird der Fahrer durch eine Vibration im Sitz gewarnt. Im Gegensatz zum neuen Honda CR-V kann das System aber nicht aktiv in die Lenkung eingreifen. Der Sitz vibriert auf der Seite, auf der die weiße Linie überfahren wird – eine tolle Geschichte. Die Vibration ist, denke ich, ausreichend kräftig, um auch einen Fahrer im Sekundenschlaf wachzurütteln. Da ein Autoblogger ja nie schläft, konnten wir das natürlich nicht testen. Der DS5 erkennt die Fahrspur mit Hilfe einer Kamera, die im Rückspiegel integriert ist, permanent die Straße filmt und die Fahrspur im Blick hält.  Ich muss zugeben, ich hätte nicht erwartet, dass das System derart zuverlässig funktioniert: Selbst bei nassen Straßen, auf denen die Markierungen schon alt waren hat das AFIL-System überzeugt. Es werden übrigens immer links und rechts Markierungen benötigt, damit der Assistent funktionieren kann. Hauptsächlich hat das System deshalb auf Autobahnen Sinn. Hier funktioniert es übrigens auch in gelben Baustellen-Spuren. Insgesamt ein richtig cooles Gadget, das nach meiner Ansicht in vielen Situationen einen hohen Sicherheitszugewinn bringen kann! Auf nahezu gespenstisch leeren Autobahnen soll es ja vorkommen, dass man beim Spurwechsel mal nicht blinkt. Dann vibriert zwar der Fahrersitz, für weitere Passagiere ist es aber nicht wahrzunehmen – ein Vorteil gegenüber rein akustischen Warnsystemen.

assistenz ds5

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich teil zwar die positive Einstellung zur DS 5 Hybrid (siehe: http://www.czyslansky.net/?p=8555), bin aber völlig anderer Auffassung in Bezug auf hier genannten Assistenzsysteme:
    Der Fernlichtassistent ist nach meiner Erfahrung völlig unbrauchbar und eher gefährlich: Fahrradfahrer werden ebenso wenig erkannt wie Fußgänger (logisch!). Radfahrer werden erheblich geblendet. Übrigens auch Zugführer, wenn das S-Bahn-Gleis einige Meter versetzt zur Straße verläuft. Ich hab’s ausprobiert ;-) Und „auf richtig einsamen, langen Landstraßen-Etappen“ benötige ich den Fernlichtassistenten eigentlich nicht.
    Der Spurassistent wiederum macht doch nur dann Sinn, wenn man sich erheblich übermüdet ans Steuer setzt. Und das sollte man grundsätzlich nicht tun. Sein Sinn ist also mehr als begrenzt.
    Bleibt der Notruf: der macht absolut Sinn. Bislang musste ich ihn noch nicht ausprobieren. Ich hoffe auch, dass das so bleibt. Denn wegen aller anderen Vorzüge habe ich mich für die DS 5 Hybrid entschieden.

    • Hallo Michael,

      gebe Dir in Bezug auf den Fernlichtassistenten Recht. Es gibt auf jeden Fall ein paar Kleinigkeiten, mit denen er nicht zurecht kommt. Kann ich mir bei Radfahrern und z.B. Bahnen vorstellen, konnte ich leider nicht testen.
      Der Spurassistent ist doch aber schon klasse, wenn man beispielsweise nach 500 km Fahrt müde wird. Muss der Assistent ständig vibrieren, ist das doch ein eindeutiges Zeichen an den Fahrer, eine Pause einzulegen. Und auch wachen Fahrern, die einfach zu viel aufs Navi oder sonst was schauen kann der Assistent eine nützliche Hilfe sein.

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