Molto economico: Alfa Romeo MiTo 1.3 JTDM 16V Eco²

alfa romeo mito

Der MiTo, gebaut auf der Basis des Fiat Grande Punto, wird von Alfa Romeo seit 2008 angeboten. Der Name MiTo setzt sich aus den italienischen Städten Milano und Torino zusammen, erstere ist der ursprüngliche Sitz von Alfa, in Turin sitzt der Dachkonzern Fiat und der Produktionsort des MiTo. Nicht zu vergessen bedeutet das ital. Wort „Mito“ auch „Mythos“. Der kleine Bruder der Giulietta ist in Sachen Design an den Alfa Romeo 8C Competizione angelehnt, die coupéhafte Form steht ihm gut, vom Grande Punto ist von außen nur die grobe Form zu erkennen. Ich habe den MiTo mit dem 1.3 JTDM 16V Eco², dem kleinsten Diesel mit 85 PS, getestet.

alfa romeo mito seite

Insgesamt gefallen mir die Formen der Alfas wahnsinnig gut. Der Scudetto-Kühlergrill und das asymmetrisch angebrachte Kennzeichen sind typisch für die noblere bzw. sportlichere Marke des Fiat Konzerns. Die einfachen, runden Heckleuchten, die aus einzelnen LED-Punkten bestehen, lassen den MiTo schon aus einiger Entfernung erkennen, leider ist kein Xenonlicht verfügbar, das sicherlich ein schickes Tagfahrlicht wie bei der Giulietta mitgebracht hätte. Die hier vorgestellte Matallic-Lackerierung nennt sich „Bronzo Metall“, viel besser wirkt der MiTo aber im klassischen Alfa-Rot, dem „Rosso Alfa“.

alfa mito heck

Das Design im Innenraum sorgt größtenteils für frisches, italienisches Auto-Flair. Alles wirkt etwas nobler als z.B. im Fiat Punto, relativ viel hartes Plastik findet sich aber trotzdem. Das konzerneinheitliche Multifunktionslenkrad überzeugt durch wenige Tasten und eine simple Bedienung. Auch das Onboardnavi „Blue & Me“ mit Sprachsteuerung lässt sich von hier aus aktivieren. Einige italienische Beschriftungen sorgen nebenbei für etwas südländisches Stimmung. Sehr gefallen hat mir auch die 2-Zonen Klimaautomatik, die nicht nur zugfrei und ordentlich ihren Dienst tut, sondern ebenfalls mit eine absolut schicken Oberfläche und einfachen Bedienbarkeit daherkommt. In den ersten sonnigen Tagen in 2013 bin ich mit dem MiTo zum ersten mal mit Klimaanlage unterwegs gewesen!

alfa mito cockpit

Vorne bietet der MiTo eine Menge Platz und im Vergleich zu Fiat ziemlich bequeme Sitze. Eine verstellbare Mittelarmlehne mit kleinem Stauraum ist auch vorhanden. Für die Passagiere im Fond wird es natürlich etwas enger, die Vordersitze lassen sich aber einfach und weit zum Einsteigen nach vorne fahren. Die Platzverhältnisse hinten sind in etwa mit dem Audi A1 vergleichbar. Der Kofferraum lässt sich aufgrund seiner Tiefe etwas umständlich be- und entladen, allerdings bietet er auch ziemlich viel Platz: Hier macht sich die Grundform des Grande Punto bemerkbar. Die Heckklappe öffnet sich die ersten paar Zentimeter übrigens elektronisch durch Drücken des Alfa-Logos oder die entsprechende Taste auf dem hübschen Funkschlüssel.

alfa mito cockpit tacho

Mit an Bord war bei meinem Tester das Blue&Me- TomTom Live 2 System. Einmal in die vorgesehene „Schnittstelle“, die zugleich Halterung ist, gesteckt, wird das Gerät mit Strom versorgt und kann auch mit dem MiTo kommunizieren: Es lassen sich z.B. aktueller Verbrauch oder Reichweite anzeigen. Navigationsanweisungen werden nicht nur auf dem hochauflösenden Navi-Screen, sondern auch in der Multifunktionsanzeige neben dem Tacho in Form von Pfeilen und Symbolen angezeigt. Wer mehr über das TomTom Live 2 in Verbindung über mit dem MiTo erfahren will, sollte sich diesen ausführlichen Artikel ansehen.

blue & me tomtom live alfa mito


Der 1.3 JTDM Eco² macht seinem Namen alle Ehre

Der 1.3 JTDM Eco Diesel mit 85 PS / 62 kW wird erst seit Mai 2012 im MiTo angeboten. Schon nach den ersten Kilometern, etwa 80, die ich fast ausschließlich auf der Landstraße gefahren bin, wurde ich vom Bordcomputer überrascht: Dieser zeigte mir einen Durchschnittsverbrauch von genau 5,0 Litern auf 100 km an. Ich bin eher zügig gefahren und auch der „Dynamic“ Modus war gut die Hälfte der Zeit aktiviert. Meine Verbrauchs-Berechnung per Roadtrip App belegte auch, dass der BC tatsächlich nur um etwa 0,2 Liter gelogen hat: Beeindruckend, denn solch gute Werte war ich eigentlich nur von Motoren wie z.B. dem 1.6 TDI von VW gewohnt. Zur Freude über den geringen Verbrauch kommt dann auch noch, dass sich die nur 85 PS des MiTo – nach meiner Wahrnehmung – wie etwa 100 anfühlen. Der kleine Turiner ist leicht, der Motor braucht nicht mal allzu hohe Drehzahlen um ordentlich zu beschleunigen. Da es ab etwa 3500 Umdrehungen auch richtig laut wird, will man die Gänge nicht wirklich ausfahren – was wiederum der Effizienz zu Gute kommt. Die manuelle 5-Gang Schaltung ist nach meinem Geschmack optimal abgestimmt. Trotz der geringen PS Zahl steht eigentlich nie zu wenig Leistung zur Verfügung, relativ enge Kurven im dritten Gang sind kein Problem und im lang übersetzten, 5. Gang liegt die Drehzahl bei z.B. 120 km/h schön niedrig bei etwa 1500 Touren. Oder Giri, wie auf dem italienischen Drehzahlmesser steht. Perfekt für die Autobahn, auf der man dann mit einer angenehmen Geräuschkulisse und mit dem Tempomat, der sich unterhalb des Blinkerhebels befindet, entspannt und effizient unterwegs ist. Mit etwas Geduld erreicht man die Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h, von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Motor in 12,9 Sekunden.
Der Sound des Motors ist zwar alles andere als sportlich, macht aber bei weitem keinen so penetranten Lärm wie der Diesel (1.3 JTD Multijet 16V mit 75 PS) im Fiat 500, mit dem ich letzten Herbst auf Sizilen unterwegs war.

Der 1.3 JTDM Eco² als kleinster Diesel hat auf der Landstraße Spaß gemacht, keine Frage, weniger Freude hat mir aber die Lenkung bereitet: Sie ist nicht wirklich direkt und meines Erachtens zu leichtgängig. Eine ordentliche, geschwindigkeitsabhängige Steuerung wäre schön gewesen. Beim Einparken ist es zwar wunderbar, wenn man nahezu ohne Kraftaufwand lenken kann, dieselbe Situation bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn  ist aber eher ungünstig. Wechselt man in den „Dynamic“ Modus, lässt sich der MiTo etwas straffer Lenken. Die manuelle Schaltung hat mich etwas an das Schaltgefühl des Nissan Juke erinnert, die Gänge rasten nicht so angenehm wie z.B. beim im Dezember getesteten Citroën DS3 ein.

mito d.n.a.


D.N.A. für mehr Spaß

Den kleinen „D.N.A.“ Wahlhebel vorne in der Mittelkonsole kannte ich schon aus der Alfa Romeo Giulietta, die ich 2011 ein paar Tage als Mietwagen gefahren bin. Das System ermöglicht eine Anpassung von Fahrdynamikregelung, Differentialsperre, Bremsen, Lenkung und Motor an eine sportliche Fahrweise und ist beim MiTo und Giulietta serienmäßig an Bord. Die Wählbaren Modi sind „Dynamic“, „Normal“ und „All Weather“. Interessant ist speziell der Dynamic Modus. Sobald er aktiviert ist spürt man (auch beim kleinen Diesel) sofort, dass mehr Leistung zur Verfügung steht bzw. die Gasannahme heftiger ist. Trotz des kleinen Dieselmotors merkt man die „Leistungsänderung“ deutlich, auch wenn aus ihm natürlich dadurch keine Spaß-Maschine wird. VDC und ASR als passive Sicherheitssysteme greifen später ein. Auch nach einem Motor-Neustart wird der zuletzt gewählte Modus wieder aufgenommen.

alfa romeo mito

Fazit

Ich bin froh, für den Test keine Top-Motorisierung ausgewählt zu haben, denn der 1.3 JTDM Eco im MiTo wurde in den letzten Tagen zu meiner aktuellen Effizienz-Referenz! Der MiTo erinnert in vielerlei Hinsicht stark an den Fiat Punto, bringt aber ein nobleres, sportlicheres Design und eine frische Coupéform mit. Die verwendeten Materialien und die Verarbeitung gehen in Ordnung, die Anordnung der einzelnen Instrumente und deren Beschriftung bringen italienischen Charme mit. Statt eines Onboard-Navigationssystems ist auch eine Vorbereitung für ein TomTom Live System verfügbar. Das D.N.A. System zur Fahrdynamikregelung, eine Start- & Stopp Automatik, LED Rückleuchten und Seat Belt Reminder für alle 4 Plätze sind serienmäßig an Bord. Highlight war für mich ganz klar der neue 1.3 JTDM 16V Eco² Dieselmotor: Er hat mit einem sagenhaften Durchschnittsverbrauch von 5.2 Litern / 100 km auf 1.000 Testkilometern begeistert. Obwohl er nur eine Leistung von 62 kW / 85 PS hat, dürfte er wohl für die meisten Belange absolut ausreichend sein. Auch ohne den Dynamic Modus ist er nie langweilig, ganz im Gegensatz zum 1.3 JTD Multijet mit 75 PS im Fiat 500, den ich letztes Jahr getestet habe. Wer ein schickes, italienisches Coupé der Kompaktklasse mit tollem Design und extrem guten Verbrauchswerten sucht, sollte den Alfa Romeo MiTo 1.3 JTDM 16V Eco² unbedingt probefahren.

 

Alfa Romeo MiTo Galerie

 

Technische Daten Alfa Romeo MiTo 1.3 JTDM 16V Eco²

Motor: 1.3 JTDM 16 V Eco² Dieselmotor mit 1248 cm³ Hubraum
Leistung/Drehmoment: 85 PS (60kW) / 200 Nm
Getriebe: 5 Gang Schaltgetriebe
Antrieb: Vorderradantrieb
0-100 km/h: 12,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 174 km/h
Leergewicht: 1200 Kg

Testverbrauch: 5,2 Liter / 100 Km (Berechnet)
Gefahrene Kilometer: 1.000
Testzeitraum: 8 Tage
Grundpreis mit vorgestelltem Motor: 16.950 EUR
Sonderausstattung (Auszug): 16 Zoll Leichtmetallräder „Sport“, Multifunktionslenkrad, 2-Zonen Klimaautomatik, Berganfahrassistent, Blue & Me TomTom Live Navigationssystem, PDC, Tempomat.

Weitere Meinungen zum MiTo und zur Giulietta
passion:driving testet im Moment (mal wieder) das unvernünftige, sportliche Gegenstück zu meinem Modell: Den MiTo Quadrifoglio Verde mit 170 PS!
Jan und Jens waren neulich mit der Alfa Romeo Giulietta mit dem 1.4 Liter Benziner mit 170 PS und Automatikgetriebe TCT unterwegs.

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